Liebe Leser,

ich hatte bereits als kleines Kind Kontakt mit der Psychiatrie. Ich war aufsässig, habe mich gegen meine Eltern aufgelehnt. Vielleicht war es auch anders und meine Eltern haben mich abgelehnt. Meine Mutter hat mich zu Psychologen und Psychiatern gebracht, die mich heilen sollten.
Wenn ihr widersprochen wurde, war sie wütend.

Sie hat mir Haldol gegeben, und habe gedacht, ich sterbe. Ich habe sie Jahre später gefragt, warum sie es mir gab. "Es hat mir geholfen, und ich habe gedacht, es hilft auch meiner Tochter".

Meine Mutter ist psychisch krank und bekommt Haldol, dasselbe Haldol, das sie mir gab.

Ich habe Angst gehabt, vor meinen Eltern, vor anderen Kindern, Angst vor allem. Mein Essen und Trinken habe ich heimlich entsorgt, ich hatte Angst vor dem Haldol. Ich wurde immer dünner. Als ich nicht mehr zur Schule gehen konnte und aus Schwäche Tag und Nacht im Bett lag, waren meine Eltern beunruhigt. Sie brachten mich zum Psychiater meiner Mutter. Der Mann hat nicht gesehen, daß ich fast verhungert war. Ich dachte:"Entweder ich bin verrückt, oder er ist es."

Ich war bei Pflegeeltern und in Heimen, weil meine Eltern nicht für mich sorgen konnten. Ich habe mich zurückgezogen, habe Angst vor Menschen gehabt. Ich konnte nie mit Anderen umgehen, wußte nie, was das richtige Verhalten war. Meine Elten waren für mich unberechenbar.
Ich habe nie gelernt, wie man Menschen einschätzt.

Ich bin oft an seltsame Leute geraten. Einer hat sich an mir
vergriffen, und ich dachte daran, mich umzubringen. Ich habe etwas
genommen, um mich abzulenken. Ich bekam Halluzinationen und wurde in die Psychiatrie gebracht. Ich wurde gefesselt und mir wurde Haldol gespritzt, obwohl ich gesagt habe, daß ich es nicht vertrage. . . ich habe Erstickungsanfälle gehabt, Atemnot. Die Muskeln am Hals haben sich so zusammengezogen, daß ich keine Luft mehr bekam. Ich lag so stundenlang, ohne Hilfe. Ich hatte Krämpfe am ganzen Körper, entsetzliche Schmerzen.

anonym