Stand
des Kampfes gegen ambulante
Zwangsbehandlung in Bremen
Das
Land Bremen versucht über eine Änderung seines PsychKG die
auf Bundesebene
(§
1906a) gescheiterte ambulante Zwangsbehandlung einzuführen. Dies
hätte für die Psychiatrie-Erfahrenen bundesweit Bedeutung,
denn es ist zu erwarten, dass die anderen Bundesländer im Lauf
der Jahre nachziehen.
Bis der Gesetzentwurf in die Bremer
Bürgerschaft geht, wird es nicht mehr lange dauern. Sie
probieren, wie schon bei der ambulanten Zwangsbehandlung im
Betreuungsrecht (der gescheiterte 1906a), es im Eilverfahren ohne
Beteiligung der Öffentlichkeit durchzupeitschen.
Dies ist
vorerst gescheitert, denn wir haben am 8. Dezember vor dem Justiz-
und dem Sozialministerium demonstriert. Es erschienen dank Ronald
Kaeslers Pressearbeit drei Zeitungsartikel.
Wie wir beim
Gespräch mit einem netten Herrn aus dem Bremer Justizministerium
erfuhren, ist am 15.12. eine Anhörung im Sozialministerium. Das
ist noch Verwaltungs-ebene, allerdings sind die
gesundheitspolitischen Sprecher der Parteien geladen.
Wir
hoffen, daß bis dann Thomas Saschenbreckers Rechtsgutachten zur
Verfassungswidrigkeit auch dieses Vorhabens fertig ist.
Was
jede/r tun kann, ist beim
Senator für Arbeit, Soziales, Jugend und Gesundheit
zu Händen Frau Stiels
Bahnhofsplatz 29
28 195 Bremen
Fax 0421 / 361 20 72
britta.stiels@gesundheit.bremen.de
Tel 0421 / 361 19644
ihren/seinen
Protest kund zu tun.
Hauptverantwortlicher für diese geplante Menschenrechtsverletzung ist der Psychiatriereferent des Landes Bremen, Herr Dr. Schöfer, 0421 / 361 – 9556.
Sagt dem Kerl, was Ihr davon haltet!
Er
versucht der Öffentlichkeit die ambulante Zwangsbehandlung als
das mildere Mittel gegenüber der stationären
Zwangsbehandlung zu verkaufen. Faktisch geht es aber darum, daß
ein Rollkommando die Leute billiger und dauerhafter abspritzen kann,
als das stationär geht.
Von herausragender Wichtigkeit
ist, daß wir für eine
geplante ARD-Sendung Psychiatrie-Erfahrene finden,
die jetzt schon ambulant zwangsbehandelt werden.
Sie müssen
bereit sein, zumindestens anonymisiert über ihre Erfahrungen zu
berichten.
Ich kann deswegen bis 27.12. um 14.00 Uhr unter
0234 / 640 5102 angerufen werden.
Dann wieder ab dem 7. Januar.
Es
pressiert alles, denn sie werden versuchen, das schon im Januar oder
Februar in die Bürgerschaft zu bringen. Das darf gar nicht erst
passieren. Je früher unser Protest
laut wird, um so mehr
Politiker/innen werden sich darauf besinnen, dass wir in einem
Rechtsstaat leben, der für solch totalitären Gesetze keinen
Platz hat.
Also schreibt bitte, faxt, ruft an, informiert andere Psychiatrie-Erfahrene, sonst kommt das Rollkommando mit der Depotspritze demnächst auch zu Euch.
In
diesem Sinne lieben Gruß Matthias