Gruppe: Rheinland
Leitung: Cornelius Kunst
2. Block 14.00 - 15.15 Uhr
Das Thema vom Vormittag "Möglichkeiten und Ziele der Selbsthilfe" wurde nach der Mittagspause fortgeführt.
Zur Fragestellung: "Was ist für eine Selbsthilfegruppe wichtig?" wurden folgende Stichpunkte mit kurzen Beiträgen
des Leiters und der Teilnehmer angesprochen:
Einigermaßen gute Zusammenarbeit und ein gewisser Zusammenhalt unter den Mitgliedern einer SHG, Austausch von
Telefonnummern zum Abmelden, wenn einer nicht zum Gruppentreffen kommen kann oder für Nachfragen bei fehlenden Teilnehmern.
Bei eigener Stabilität auch mal einen krank gewordenen Teilnehmer in der Klinik besuchen und auch seine Behandlung dort kritisch hinterfragen.
Gegenseitige Toleranz im Umgang und Rücksichtnahme,
Rückfragen bei Problemen sind wichtig, aber absolute Störenfriede auch ausgrenzen.
Die Treffen sollten interessant sein auch in der Themengestaltung.
In einer SHG ist die Gleichberechtigung aller Teilnehmer wichtig.
auch Anerkennung geben, wenn sich einer besonders einsetzt,
Aufgabenverteilung möglichst auf alle Teilnehmer.
Ein Gruppenabend sollte auch Spaß machen. Humor in der Selbsthilfe ist wichtig.
Keiner sollte sich überfordern, jeder auf sich achten und seine Grenzen erkennen.
Bei einigen kommt ein Helfersyndrom vor, andere haben eher ein Konsumverhalten.
Positive Impulse setzen bei einer Problembewältigung.
Gemeinsame Ziele besprechen und angehen.
Konfliktarbeit ist wichtig. Die Fähigkeit dazu kann man üben und erlernen, aber auch die eigene Belastbarkeit kennen
und berücksichtigen. Personen sperren sich oft ganz in der Krise und ziehen sich evt. komplett zurück. Wenn man merkt,
dass eine Krise kommt, es den anderen erzählen, einen persönlichen Krisenplan aufschreiben und sich daran halten.
Äußere Arbeit einer SHG - Sie beinhaltet Öffentlichkeitsarbeit:
z.B. einen Infostand in einer psychiatrischen Klinik an einem Tag der offenen Tür.
Austausch mit den Selbsthilfeorganisationen "Sekis" oder "Kiss",
Pressearbeit,
Vorstellung unserer Arbeit in der Tagesklinik und den Sozial Psychiatrischen Zentren. Das senkt die Hemmschwelle
der Betroffenen und schafft Vertrautheit.
Auch die normale Bevölkerung informieren zum Stigmaabbau.
Die Fachleute in den Kliniken ansprechen, auch bei Bauvorhaben dort.
Evt. eine eigene Zeitung herstellen,
mal eine Informationsveranstaltung selbst organisieren,
die Patienten auf der rechtlichen Ebene stärken durch Einrichtung einer Beschwerdestelle mit Ombudsleuten,
Polizeischulung im Umgang mit psychisch Kranken,
Teilnahme an einem psychiatrischen Arbeitskreis im Gesundheitsamt oder bei den Parteien,
eine Positivliste von psychiatrischen Fachkräften machen, die in Anspruch genommen werden können.
An Schulprojekten zur Aufklärung dort mitwirken.
Ein Psychose-Seminar organisieren.
Aber der wichtigste Teil ist die innere Arbeit in der Selbsthilfegruppe.
Zuviel äußere Aktivität auf einmal kann eine Gruppe auch auseinanderbringen.
Erst muss sich die Gruppe stabilisieren, es darf keiner überfordert werden.
Ideen aber im Kopf behalten, darüber beratschlagen und schriftlich festhalten bis die Zeit dafür reif ist.
Schlussüberlegungen waren, dass die Bearbeitung dieses Themas sehr anregend war, leider konnten oft nur Stichworte
vermittelt oder diese nur angerissen besprochen werden.
Sie müssten vielleicht noch mal eingehender erläutert werden.
Für das letzte Thema in diesem Block: Vernetzung von Selbsthilfegruppen blieb nur noch wenig Zeit.
Eine Gründung von Netzwerken in verschiedenen Regionen von NRW steht an.
Der Zweck wäre: Informations- und Erfahrungsaustausch
z.B. gegenseitige Einladungen, wenn etwas Besonderes in oder durch die SHG geplant ist, oder Vermittlung von Experten.
Es dient einer Stärkung nach außen und dem Nutzen von Ressourcen.
Sich gegenseitig den Rücken stärken, z.B. gemeinsam einen Protestbrief schreiben oder sich informieren, welche speziellen
Selbsthilfegruppen es bei der "Sekis" oder "Kiss" sonst noch für unseren Problembereich gibt.
Neugründungen könnten von dort unterstützt werden.
Gäste könnte man in bestehende Gruppen einladen.
Man bespricht auch, wie man an finanzielle Zuschüssen kommt.
Auch dient es dem Informationsfluss vom Netzwerkkontakt zur LAG, NRW. Dort könnten dann auch Forderungen gestellt werden.
Effekt: durch den Austausch würde die Selbsthilfe Arbeit interessanter und effektiver.
Eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit würde möglich.
Bemerkungen zum Schluss waren z.B., dass diese Anregungen erst mal sehr allgemein gehalten sind und in einem weiteren
Treffen vertieft werden sollten.
Allgemein wurde bestätigt, dass die Themen gut durchgezogen wurden.
In unserer Gruppe Rheinland fühlte sich auch keiner überfordert.
Cornelius versprach, die Protokolle und Teilnehmerlisten an alle Anwesenden zu verschicken und bot einen persönlichen
Telefonkontakt bei weiteren Fragen an.
Losung: Nach dem Aktiventreffen werden wir aktiv.
Regina aus Bonn