Am Samstag, den 10 Juni 2006 fand in der Oase, Buscheyplatz 3 in Bochum von 11:00 – 17:30 mit
8 Teilnehmern das Aktiventreffen statt. Das Aktiventreffen wurde wieder vom LPE NRW e.V. organisiert Es konnten bis jeweils zwei Aktive aus den Selbsthilfegruppen teilnehmen oder Leute die eine Gruppe gründen wollen. Die Teilnahme war wie immer kostenlos einschließlich der Verpflegung.
Für Gruppen ohne Fördermittel übernahm der Landesverband auch die Fahrtkosten.
Die Atmosphäre war sehr gut, es hat allen Spaß gemacht und es wurde konstruktiv gearbeitet.
Themen des Aktiventreffen 2006 waren:
1. Ereignisse in Selbsthilfegruppen – Matthias Seibt
- Wenn ein Gruppenmitglied in die Krise kommt
- Wenn es in der Gruppe zu Konflikten kommt
- Wie organisiert man eine Gruppe
- Tipps und Informationen zu Psychopharmaka
2. Was heißt eigentlich Selbsthilfe? – Cornelius Kunst
- Die individuelle Selbsthilfe als Basis der Selbsthilfe
- Selbsthilfe contra professionelle Hilfe, Vor- und Nachteile
- Selbsthilfe in der Gruppe, innere- und äußere Arbeit, Gruppen interessant gestalten
- Selbsthilfe in Verbänden
DerTagesablauf:
bis 11:00 Anreise der Teilnehmer
11:00 – 11:45 Frühstück mit Einleitung, Vorstellungsrunde und Gruppeneinteilung
11:45 – 12:45 1. Block
12:45 – 13:45 Mittagessen
13:45 – 14:45 2. Block
14:45 – 15:00 Pause mit Tasse Kaffee
15:00 – 16:00 3. Block
16:00 – 16:30 Kaffe und Kuchen
16:30 – 17:30 4. Block
ab 17:30 gemeinsames Aufräumen
1. Ereignisse in Selbsthilfegruppen – Matthias Seibt
1.3 Organisation Gruppe
1.1 Gruppenmitglied in der Krise
Protokoll, vom 10. Juni 2006
Was für eine Gruppe soll es sein?
Psychiatrieerfahrene
Toleranz gegenüber schwierigen Leuten
Was für ein Klientel kommt überhaupt?
Jede/r 40ste in Deutschland ist psychiatrie-erfahren
Demgegenüber steht die Oase für unabhängige Selbsthilfe
Aufnahme in Gruppe;
Was sind meine persönlichen Wertvorstellungen?
Erfahrungsaustausch; Kein Kaffeeklatsch
GRUNDSÄTZLICHES
Gruppen nicht in Privaträumen, weil es keine Freunde bzw. Bekannte sind
Es ist ein Trugschluss, dass alle P. erfahrenen dasselbe wollen
Gleichgesinnte finden und Werbung machen
Es ist schwieriger auf dem Dorf, als in der Stadt
2. Block:
Wenn es in der Gruppe zu Konflikten kommt:
Im Allgemeinen kommen Konflikte eher selten vor, häufiger sind Krisen Einzelner.
Als erstes Beispiel wird eine Gruppe genannt, bei der es nach dem stetigen Ausleben des Alkoholismus mehrerer zu einer Spaltung der Gruppe kam. Die beiden Teilgruppen hatten unterschiedliche Bedürfnisse.
Um Konflikte zu vermeiden, kann es hilfreich sein, sich auf Regeln zu verständigen. Dazu gehören die Vorgabe von Themenschwerpunkten und die Einhaltung einer Redezeit, damit Einzelne nicht dominieren können. Es müssen auch Grenzen gesetzt werden können.
Als Konsequenzen eines Konflikts bleiben Gruppenmitglieder weg und die Gefahr der Auflösung besteht.
Bei einem weiteren Beispiel wurde von außen eine Person hinzugezogen, um innerhalb der Gruppe vermitteln zu können.
Hier zeigt sich eine Lösungsmöglichkeit für einen Konflikt. Es ist oft sinnvoll , von außen einen Schlichter hinzu zu ziehen. Hinzu kommt die Aussprache in der ganzen Gruppe. Manchmal ist es dann besser für alle, wenn nur die Person, mit der der Konflikt bestand, aus der Gruppe austritt. Wichtig ist Konfliktfähigkeit. Es gibt auch gute Erfahrungen damit, mit mehreren die Aussprache telefonisch vorher abzusprechen und diese beim nächsten Gruppentreffen zum Thema zu machen. Somit ist nicht nur eine Person mit dieser Aufgabe belastet.
Es ist aber auch häufig so, dass Probleme nicht angesprochen werden und sich die für alle belastende Situation sehr lange hinzieht. Die Gruppenleitung sollte da aber auch ehrlich sein und sich der Lage bewusst sein. Ein kleiner „Trost“ ist da aber wohl, dass auch angehende Professionelle nicht immer den Mut haben, auf einen Konflikt aufmerksam zu machen.
Probleme können auch auftreten, wenn jemand Neues einer Gruppe beitreten möchte. Wenn eine Gruppe schon länger besteht, so ist sie häufig in sich eingeschworen und steht Neuen oft zunächst skeptisch gegenüber. Hier ist es wichtig, zu den Neuankömmlingen freundlich zu sein. Auch eine Aufnahme von eher lethargischen Personen muss kein Problem darstellen. Hier ist Toleranz wichtig.
Es ist auch möglich, eine Gruppe nach außen hin ab zu schließen, damit diese nach Neuzugängen keine Rückschritte erlebt. Diesen Standpunkt muss man aber auch klar vertreten können, da solch eine Haltung auch auf Ablehnung stoßen kann. Man kann auch eine Vorauswahl treffen und somit schwierigen Personen die Aufnahme verweigern. Dadurch kann eine Gruppe ebenfalls Stabilität bewahren.
Wie organisiert man eine Gruppe:
Eine Gruppe darf nicht nur von einer Person abhängig sein, da die Person ansonsten mit dieser Aufgabe überfordert sein könnte und dies die Gruppe auch instabil werden lässt. Die Funktionen und Verantwortlichkeiten sollten verteilt werden und jeder sollte da auch einen Stellvertreter haben. Die Hierarchie sollte flach sein. Es darf nicht nur eine dominante Person geben. Es kann auch sinnvoll sein, dass zwei Personen die Leitung übernehmen. Dabei ist es wichtig, dass wenigstens eine der beiden bei jedem Gruppentreffen anwesend ist.
Jedes Gruppenmitglied sollte sich seiner Fähigkeiten entsprechend einbringen und dadurch ein Verantwortungsgefühl für die Gruppe entwickeln. Dies führt weg von einer reinen Konsumentenhaltung. Denn häufig herrscht eine zu hohe Erwartungshaltung an die Leitung, so wie man es etwa in der Schule kennen gelernt hat. Dieser Prozess dauert allerdings lange. Solch eine Aufgabenverteilung und Mitverantwortung ist ein Ideal. Es funktioniert aber nicht ganz so einfach.
Tipps und Informationen zu Psychopharmaka:
Beim Umgang mit Psychopharmaka sind viele Wege möglich. Da muss jeder seinen eigenen, individuellen finden.
Es ist wichtig, sich über die Medikamente zu informieren. Leider geschieht dies noch zu wenig, es herrscht noch zu viel Ärztegläubigkeit vor. Man sollte die Leute ermutigen, sich kundig zu machen. In Deutschland ist dies gut möglich, da es hier viele Quellen gibt, so etwa das Buch „Chemie für die Seele“ von Josef Zehentbauer. Auch das Internet hält viele Informationen bereit.
In letzter zeit ist auch in den großen Medien einen Berichterstattung über die Pharmaindustrie anzutreffen. In diesem Bereich ist „Der Nervenarzt“ die größte Zeitung. Betrachtet man dazu im Vergleich die Autoindustrie, so kann an feststellen, dass es dort bereits Informationen von eher unabhängigen Stellen gibt. Dies ist aber vielleicht auch einfacher, da man in diesem Bereich objektiver vergleichen kann.
Der Umgang mit Medikamenten ist auch wichtig als Thema für die Gruppe.
Möchte man nun - ob mit oder ohne Arzt - die Dosis der Medikamente verändern, so sollte diese langsam erfolgen. Denn je kleiner die Schritte sind, desto unwahrscheinlicher sind Rückfälle und Krisen. Sagt ein Psychiater nicht „achten Sie darauf, was Ihnen gut tut“, sondern „nehmen Sie das“, so ist das immer ein Warnzeichen. Schließlich spricht jeder anders auf die Medikamente an. Medizin lernt man nicht nur aus Büchern, sie ist auch eine Erfahrungswissenschaft.
3. und 4. Block:
Was heißt eigentlich Selbsthilfe ?
Die individuelle Selbsthilfe als Basis der Selbsthilfe / Selbsthilfe contra professionelle Hilfe,
Vor- und Nachteile:
Ein psychisch erkrankter Mensch hat nicht nur kranke, sondern auch gesunde Anteile. Die Selbsthilfe fördert und stärkt die gesunden Anteile.
Vergleicht man Selbsthilfe und Fremdhilfe, so fragt man sich dann auch, ob der Arzt wirklich helfen kann und ob es auch in Ordnung ist, was er macht. Die Behandlung einer organischen Erkrankung, etwa einer Grippe, erscheint da einfacher, da die Verabreichung eines Medikamentes da meist der einzige Weg darstellt. Bei einer psychischen Erkrankung kann und muss man allerdings sehr viel selbst machen. Fremdhilfe ist da nicht immer hilfreich.
Häufig ist die Haltung anzutreffen, dass beim Auftreten einer psychischen Erkrankung der Arzt aufgesucht wird, von dem dann eine Heilung erwartet wird. Dies funktioniert aber nicht wirklich, da der Arzt zunächst nicht auf die Lebensführung und damit die Selbstverantwortung des einzelnen eingeht. Dieses Vorgehen des Betroffenen entspricht einer Konsumhaltung.
Es herrscht viel Ärztegläubigkeit. Die Ärzte bezeichnen alles nur als krank, und die Betroffenen fühlen sich schlechter und sind verwirrter als zuvor. Die Ärzte stehen unter dem Druck, Medikamente verteilen zu müssen. Sie sehen aber auch zu sehr auf die kranken Anteile, da sie eine Diagnose erstellen müssen. Die Ärzte steuern die betroffenen in einen Zustand, den man als „gelernte Hilflosigkeit“ bezeichnen kann.
Professionelle schaffen eine Hierarchie, „wir oben, ihr unten“. Dies zeigt eigentlich ihre Unfähigkeit im Umgang mit den Betroffenen. Sie reduzieren die Erkrankung auf eine Stoffwechselstörung. Sie halten an dem alten Vergleich mit Diabetes fest und sehen dies als Rechtfertigung für die dauerhafte Vergabe von Neuroleptika. Sie bestreiten auch den Zusammenhang von einem Anstieg bei Depressionen und der Zunahme von z.B. Arbeitslosigkeit. Auch hier halten sie weiterhin an ihrem Modell fest. Dabei sind auch hier psychosoziale Faktoren wichtiger als genetische. Professionelle wollen menschliches Fühlen und Erleben beherrschbar machen.
Sie wollen Geld verdienen und daher ihre Klienten nicht verlieren. Diese sollen ihnen aber auch keine Arbeit machen (Beispiel: Betreutes Wohnen). Ein guter Therapeut macht sich letztendlich selbst überflüssig.
Was ist nun entscheidend an der Selbsthilfe ? Welche persönliche Einstellung ist wichtig ?
Diese persönlichen Einstellungen sind erforderlich (Abschrift der Flipchart):
• Problembewusstsein
• Chance
• Einsicht und Aktivität
• Selbstbestimmung
• Selbstverantwortung
• ehrlich mit sich selber sein
Daraus ergibt sich folgender Nutzen (Abschrift der Flipchart):
• stärkt Selbstbewusstsein
• Selbsterkenntnis
• Freiräume
• Selbsterfahrung
Wichtig ist auch die Akzeptanz der Krankheit als Teil der eigenen Persönlichkeit.
Verteilung von Informationsmaterial:
• „Wege zur Selbststabilisierung“
• „Tipps und Tricks um Ver-rücktheiten zu steuern“
• „Käsemodell“
Erläuterung zum „Käsemodell“:
Die Ursache für eine psychische Erkrankung liegt in einem schlechten oder fehlenden Selbstwertgefühl. Dies führt zu einer höheren Verletzlichkeit, unsicherem Auftreten und wenig Selbstbewusstsein. Möchte man etwa durch Äusserlichkeiten nur etwas am Selbstbewusstsein ändern, so erzielt man dadurch keine wirkliche Verbesserung, es bleibt nur oberflächlich.
Wichtig sind die folgenden drei Punkte, die für eine wirkliche individuelle Selbsthilfe und Arbeit an und für sich selbst entscheidend sind; sie bewirken sich wechselseitig:
• Selbstannahme: man sollte für sich selbst eine Liste seiner eigenen positiven Eigenschaften erstellen und nicht nur das Schlechte sehen, wie dies die Professionellen machen,
• Selbstwahrnehmung: hat man in einer Situation ein komisches Gefühl, so sollte man dies zuerst annehmen und dann hinterfragen,
• Selbstreflexion: man kann sich das, was man denkt und fühlt schon noch erklären; man weiß, wie und warum man so geworden ist.
Die Beschäftigung mit diesen drei Punkten entspricht einer Eigentherapie. Sie bewirkt einen „Eigenwerdungsprozess“ und Bewusstseinsprozess. Eine Gesprächstherapie kann ähnlich verlaufen. Sie macht diese Zusammenhänge aber nicht so bildlich klar. Ärzte streiten eine Eigentherapie häufig ab, schließlich könne man sich nicht selbst am Haarschopf aus dem Sumpf ziehen. Dem widerspricht aber das andere, ebenfalls bildliche Beispiel von den zwei Fröschen und dem Butterfass. Dies bedeutet aber auch, dass man selbst kontinuierlich diesen Prozess voran treiben muss, an sich arbeitet. Es sollte aber ohne Krampf geschehen. Diese Arbeit bewirkt dann automatisch Zufriedenheit, Selbstsicherheit, Belastbarkeit, Selbstbewusstsein, Lebensmut, Selbstvertrauen. Das Malen eines Bildes als Form einer Kunsttherapie bewirkt auch eine Reflexion. Das Bild, das sich andere von einem selbst machen, und die Bewertung, die sich dem anschließt, sind eher unzuverlässig, da sie immer unterschiedlich sind. Man selbst kennt sich noch am besten.
„Das innere Kind“ trägt die Verletzungen, die man die ganzen Jahre über erlitten hat, in sich. Es verkörpert das Gefühl für sich selbst.
Besonders wichtig für eine wirkliche Selbsthilfe ist die LIEBE. Sie sollte man vor allem zunächst zu sich selbst zulassen, denn dann tut man sich auch etwas Gutes.
Die Haut um den „löchrigen“ Kern entspricht einem Schutzschild, der sich gebildet hat, um vor neuen Verletzungen zu schützen, der aber dünn ist.
Die Pfeile nach innen bedeuten, dass man diese Punkte als Arbeit hineinsteckt.
Die Pfeile nach außen bedeuten, dass diese heraus kommen.
Der äußerste Kreis stellt den äußeren Rahmen des eigenen Lebens dar. Er besteht aus Selbsthilfe, Sport, Selbstverantwortung, Entspannung, Selbstbestimmung, dem Sozialen Umfeld, Arbeit, Stressmanagment, Gesund leben und Krisenvorsorge.
Auch Professionelle finden das Modell gut.
Verteilung von Informationsmaterial:
„Salutogenese“
Erläuterung des Begriffs „Salutogenese“:
„Salutogenese“ ist die Wissenschaft davon, wie man gesund wird oder bleibt. Es besteht ein Zusammenhang zu dem, was für die Selbststabilisierung wichtig ist. Salutogenese beinhaltet eine kritische Betrachtung der medizinischen Realität. Des weiteren wird der Blick gelenkt auf die Ressourcen einen Menschen mit einer psychischen Erkrankung, nicht auf die Defizite. Salutogenese war 2002 Thema auf einer WHO-Konferenz. Der diesem hier zugrunde liegende Text ist im Internet zu finden.
Selbsthilfe in der Gruppe, innere und äußere Arbeit, Gruppen interessant gestalten:
Verteilung von Informationsmaterial:
• „Möglichkeiten und Ziele der Selbsthilfe“ (Aktiventreffen 26.4.2003 in Bochum)
• „Leitfaden zur Beantragung von Krankenkassen - Fördermitteln“
Man unterscheidet zwischen innerer und äußerer Arbeit. Innere Arbeit geschieht direkt in und für die Gruppe, äußere zeigt sich etwa in Öffentlichkeitsarbeit.
In einer Gruppe kann es auch schwierig sein, Leute zu motivieren und sie auch zu halten. Man muss sich also überlegen, wie man eine Selbsthilfegruppe interessant gestalten kann. Dabei sind folgende Punkte wichtig:
• Probleme konstruktiv mit Humor lösen; darauf achten, dass man mit guter Laune wieder aus der Gruppe herausgeht und nicht in Problemen stecken bleibt,
• Aufgabenverteilung und Mitgestaltung, keine Konsumentenhaltung,
• sinnvoller Gruppenablauf, allerdings nicht wie in der Klinik
• alle mit einbeziehen, niemanden ausgrenzen, dabei aber auf die eigenen Grenzen achten,
• darauf achten, dass sich die Gruppe nicht zu einem reinen „Kaffeeklatsch“ entwickelt, denn dieser ermöglicht keine konstruktive Arbeit;
• die Gruppe sollte nicht nur der Entladung von seelischem „Müll“ dienen,
• jeder muss bereit sein, an sich selbst zu arbeiten,
• förderlich sind Aktivitäten außerhalb der Gruppe, z.B. ins Kino gehen, Sport treiben, Grillen; auch Spaß zu haben ist sehr wichtig,
• der Abstand der Treffen sollte der Gruppe entsprechend geeignet gewählt werden: trifft man sich jede Woche, so bewirkt dies mehr Leben und einen intensiveren Austausch; wenn die Gestaltung und Ablauf der Gruppe zu anstrengend werden/sein könnten, so ist ein Abstand von zwei Wochen geeigneter.
Ein möglicher, sinnvoller Gruppenablauf kann folgendermaßen aussehen:
• „Blitzlicht“: jeder teilt seine momentane Befindlichkeit mit,
• Besprechung der Probleme einzelner oder Themensuche,
• „Blitzlicht“: jeder teilt wiederum seine momentane Befindlichkeit am Ende des Gruppentreffens mit,
• Abschluss
Ein „Blitzlicht“ erscheint zunächst zu formal und erinnert schnell an Gruppen, die von Professionellen abgehalten werden. Es macht aber doch Sinn, da sonst häufig viele nichts sagen würden. Es lockt sie aus der Reserve. Ein Abschluss ist wichtig, damit das Ende der Gruppe erkennbar ist. Diesen kann man beispielsweise durch ein Märchen, ein Lied oder eigene Texte gestalten. Man kann sich auch darauf einigen, ein Protokoll anzufertigen.
Das Treffen in der Gruppe führt zu neuen Ideen. So kann man sich etwa darüber austauschen, was einem gut tut, wenn es einem einmal nicht gut geht. Es kann sich auch eine direkte Hilfe ergeben, z.B. ein Spaziergang. Die gemeinsame Erfahrung führt zum Zusammenschluss in einer Gruppe, aus welcher heraus sich verschiedene Aktivitäten ergeben.
Bei einer Neugründung einer Gruppe bleibt nur etwa ein Drittel der Personen auch dabei. Man sollte deswegen nicht zu sehr enttäuscht sein.
Zum Punkt Selbstwert, der weiter oben genannt worden ist, gibt es hier noch einen Nachtrag: soll man sich selbst als Kunstwerk oder als Scheißhaufen betrachten? Eindeutig förderlicher ist ersteres. Oft genug trifft man aber auch auf letzteres als eine momentane Haltung zu sich selbst an.
Selbsthilfe in Verbänden:
Die Selbsthilfe in Verbänden unterscheidet sich von der Gruppenarbeit vor Ort.
Für Psychiatrie-Erfahrene gibt es auf Bundesebene den BPE und auf Landesebene den jeweiligen Landesverband (LPE). Zur inneren Arbeit eines Verbandes gehört z.B. die Organisation von Seminaren und Treffen, zur äußeren z.B. die Interessenvertretung in der Politik, etwa direkt im Landtag.
Wichtig ist auch die Unterstützung der einzelnen Gruppen vor Ort und die Verhinderung einer Auflösung dieser. Eine Ursache für Gruppensterben ist meist, dass häufig alles an einer Person hängt. Fällt diese aus, so führt dies zum Zusammenbruch der Gruppe. Hinzu kommen auch noch Ermüdungserscheinungen und eine Konsumhaltung.
Wichtig ist hier die Kommunikation. Sie erfolgt über die Zeitung und auch persönlich bei einer direkten Unterstützung der Gruppenarbeit.
Verteilung von Informationsmaterial:
• „Allgemeine Handlungsempfehlungen“ (entstanden bei einem Kongress der Grünen)
Dieser Arbeitsentwurf kann als Anleitung bei der Interessenvertretung dienen.
Abschlussblitzlicht des Aktiventreffens:
Das Treffen wurde insgesamt als positiv bewertet. Er war sehr informativ. Der Austausch untereinander und die Atmosphäre waren angenehm