Selbsthilfetag

 

des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW e. V.

 

Thema:Psychiatrie-Erfahrene schaffen eigene Strukturen

 

TeilnehmerInnen:   Alle Interessierten

 

Wann:                        Samstag, 5. November 2005 von 11.00 – 17.25 Uhr

 

Wo:                                      Im Kirchenforum Querenburg in Bochum, Haltestelle Ruhr-Universität

 

Wie:                                    Eintritt, Kaffee und Kuchen frei.

 

Info:                                   Weglaufhaus-Initiative Ruhrgebiet, Tel.: 0234-640 5084.

      Ab 19. Oktober 05 hier auch Anmeldung (nicht nötig, aber nett) und Mit­fahrzentrale (Auto und Bahn) Fahrtkostenerstattung(für Gruppen von) Bedürftige/n billigste Möglichkeit, höchstens 30.- Euro-Ti­cket der Bahn-AG nur auf vorherigen Antrag möglich.

Programm:           

11.00 -11.15               Begrüßung, Organisatorisches

 

11.15 -11.40               Vortrag Brigitte Siebrasse/Sibylle Prins, Bielefeld:

Das Bielefelder Modell der Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe

11.40 -12.05               Diskussion zum Vortrag

 

12.05 -12.30               Vortrag Peter Weinmann, Saarbrücken:

                                    Beispielhaft! Die Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe im Saarland

12.30 -12.55               Diskussion zum Vortrag

 

12.55 -13.15               Vorstellung der Arbeitsgruppen

 

13.15 -14.45               Mittagspause, Mittagessen muss selbst organisiert werden.

                                    Supermarkt, Pommesbude und Pizzeria sind vorhanden.

Arbeitsgruppen:                       

14.45 -16.15

1.) Brigitte Siebrasse/Sibylle Prins (Bielefeld): Das Bielefelder Modell der PE-Selbsthilfe     

2.) Peter Weinmann (Saarbrücken): Die Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe im Saarland

3.) Carola Neumann (Solingen): Nach der Klinik ins Loch gefallen:Fehlende Nachsorge, ein Thema für die Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe?

4.) Lothar Bücher (Solingen): Im Windschatten: Wie psychiatrienah darf Selbsthilfe sein?

5.) Lothar Grafe (Osnabrück): Die Selbsthilfegruppe als alleiniger Rettungsanker? - Wie schützen wir uns vor Überforderung?  

6.) Cornelius Kunst (Solingen): Gruppensterben! - Die Suche nach den Ursachen.

7.) Angelika Schaumburg (Kassel) – Psychiatrie-Erfahrene Eltern

 

16.15 -17.00               Kaffeetrinken

17.00 -17.15               Berichte aus den Arbeitsgruppen

17.15 -17.25               Schlussworte

Um 17.40 geht eine U-Bahn zum Hauptbahnhof. Mit dieser werden der RE um 17.56 Ri

Köln/Aachen, der RE 18.05 Ri Dortmund/Hamm, die RB um 18.04 Ri Wanne-Eickel erreicht.

 

Der Selbsthilfetag ist für alle offen. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!

 

 

 

 

Psychiatrie-Erfahrene schaffen eigene Strukturen

 

Der nächste Selbsthilfetag des LPE-NRW am 5. November d. J. stellt die Fähigkeit der PE

In den Mittelpunkt, zu ihrer Selbststabilisierung neue, tragfähige soziale Strukturen zu schaffen, die entweder vor Beginn einer psychischen Krise gar nicht oder in nicht ausreichender Weise vorhanden waren, bzw. im Zusammenhang mit einem zu­rückliegenden Klinikaufenthalt zerfallen sind.

Am Beginn eines solchen Vorhabens steht der Entschluss, sich einer Selbsthilfegruppe der Psychiatrie-Erfahrenen anzuschließen. Nicht zuletzt durch die Bemühungen des BPE gibt es  im örtlichen Umfeld oder im weiteren Umkreis fast eines jeden Psychiatrie-Erfahrenen inzwischen bundesweit solche Zusammenschlüsse, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaus­tausch treffen und eine gute Grundlage für das Entstehen dauerhafter sozialer Kontakte bil­den.

Da, wo vor Ort bereits gut ausgebaute professionelle Angebote zur Hilfe in psychischen Kri­sen vorhanden sind, haben es die Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfegruppen erfahrungsgemäß schwer, auf Dauer Fuß zu fassen. Bedarf und ein günstiges Klima für das Entstehen solcher Gruppen sind dagegen dort anzutreffen, wo der Ausbau sozialpsychiatrischer Angebote noch eher unterentwickelt ist.

Der derzeitig vielerorts in NRW zu beobachtende Zerfall von vorhandenen Selbsthilfestruk­turen mag mit dem weiteren Voranschreiten  des Ausbaus professioneller „komplementärer“ Hilfen  zusammenhängen. Ein weiteres Hemmnis liegt möglicherweise auch darin, dass durch die konsumtive Gewöhnung an die Behandlung mit Psychopharmaka viele Psychiatrie-Erfahrene soziale Konflikte und ihre reale Isolation, die in psychische Störungen münden können, scheinbar nur noch in abgemilderter Form wahrnehmen.

Wir  wollen in mehreren Referaten und in einer Reihe von Arbeitsgruppen, die sich daraus ergebenen Gefahren für den Einzelnen und die Konsequenzen für die weitere Entwicklung der unabhängigen Selbsthilfebewegung auf dem Hintergrund knapper werdender Mittel erörtern und Strategien entwickeln, wie wir uns - auch in Konkurrenz zur Abhängigkeit schaffenden „Komplettversor­gung“ psychiatrischer Einrichtun­gen - selbstbewusst entwickeln und langfris­tig Bestand haben können.                                    Lothar Bücher