Selbsthilfetag
des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW e. V.
Thema: Worüber man nicht spricht:
Die sogenannte psychische Erkrankung
TeilnehmerInnen: Alle Interessierten
Wann: Samstag, 20. Mai 2006 von 11.00 – 17.25 Uhr
Wo: Im Kirchenforum Querenburg in Bochum, Haltestelle Ruhr-Universität
Wie: Eintritt, Kaffee und Kuchen frei.
Info: Weglaufhaus-Initiative Ruhrgebiet, Tel.: 0234-640 5084.
Ab 2. Mai 06 hier auch Anmeldung (nicht nötig, aber nett) und Mitfahrzentrale (Auto und Bahn) Fahrtkostenerstattung(für Gruppen von) Bedürftige/n billigste Möglichkeit, höchstens 30.- Euro-Ticket der Bahn-AG nur auf vorherigen Antrag möglich.
Programm:
11.00 -11.15 Begrüßung, Organisatorisches
11.15 -12.30 Mitgliederversammlung des Landesverbands Psychiatrie-Erfahrener
NRW e.V.
12.30 -12.55 Fortsetzung der Mitgliederversammlung oder
2 Kurzvorträge von Ruth Fricke und Matthias Seibt (AG 2 und AG 3)
12.55 -13.15 Vorstellung der Arbeitsgruppen
13.15 -14.45 Mittagspause, Mittagessen muss selbst organisiert werden.
Supermarkt, Pommesbude und Pizzeria sind vorhanden.
Arbeitsgruppen:
14.45 -16.15
1.) Sibylle Prins (Bielefeld) - Öffentlichkeits- und Pressearbeit
2.) Matthias Seibt (Herne) - Sich als Psychiatrie-Erfahrener outen oder nicht?
3.) Ruth Fricke (Herford) - Enttabuisierung, Entstigmatisierung – gegen Ausgrenzung
4.) M. M. (Velbert) – Psychiatrie-Erfahrung und Arbeit
5.) Patricia Grahe (Lüdenscheid) – Selbsthilfe in der Kleinstadt
6.) Martin (Dortmund) – Stimmen Hören
Ersatz: Dieter Keller (Dortmund) – Heilung durch Meditation
16.15 -17.00 Kaffeetrinken
17.00 -17.15 Berichte aus den Arbeitsgruppen
17.15 -17.25 Schlussworte
Um 17.40 geht eine U-Bahn zum Hauptbahnhof. Mit dieser werden der RE um 17.56 Ri
Köln/Aachen, der RE 18.05 Ri Dortmund/Hamm, die RB um 18.04 Ri Wanne-Eickel erreicht.
Der Selbsthilfetag ist für alle offen. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!
Worüber man nicht spricht: Die sogenannte psychische Erkrankung.
Die meisten von uns haben ein Problem damit, sich über ihre psychischen Schwierigkeiten überhaupt mit anderen auszutauschen und bauen damit selbst um dieses Thema eine Tabuzone auf. Diese Tabuisierung wird vielfach von deren sozialem Umfeld noch verstärkt. Erkrankungen aller Art sind allgemein sonst ein viel Gesprächsstoff abgebendes Thema. Sogenannte psychische Erkrankungen setzen dagegen bei den Betroffenen und in ihrem Umfeld soziale Ängste frei und stehen in der gesellschaftlichen Rangfolge aller Erkrankungen ganz unten. Der Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik führt erfahrungsgemäß in der Folge zu einem großen gesellschaftlichen Ansehensverlust. Es bedarf oftmals großer Anstrengungen, damit auftretende behandlungsbedürftige psychische Störungen nicht auch noch zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Ist erst einmal eine Behandlungssituation eingetreten, ist damit zumeist auch der Glaube an sich selbst und die eigene Leistungsfähigkeit angeschlagen. Dies alles führt zu einem wenig offenen Umgang mit psychischen Störungen mit wiederum spürbaren negativen Folgen auf deren Verlauf und Dauer.
Die Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfebewegung arbeitet aus diesem Grunde verstärkt an Konzepten in ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, womit diese weitgreifenden negativen Folgen zumindest zu einem großen Teil abgebaut, zumindest aber abgemildert werden können. Der NRW-Selbsthilfetag am 20. Mai 2006 gibt allen Interessierten in Kurzreferaten und 6 Arbeitsgruppen Gelegenheit zum Austausch über mögliche Konzepte und Strategien zum Abbau solcher Tabuschranken, zeigt bereits erfolgreich gegangene Wege hierzu auf und will zum weiteren Nachdenken über dieses Thema anregen.
Lothar Bücher